Im Fluss des Lebens // Deine Weiblichkeit

Aktualisiert: Feb 15

Oftmals beschränken wir unseren Zyklus auf unsere nervige Periode. Bauchschmerzen, Pickel, schlechte Laune und tausend verwirrende Gefühle. PMS (Premenstruelles Syndrom) bringt ein Haufen Unruhe mit sich. Wir haben ständig Hunger, naschen gern, hassen uns gleichzeitig dafür, fühlen uns zu fett, unwohl und beginnen uns über kleine Dinge aufzuregen, die wirklich alles andere als dramatisch sind.


Der Zyklus ist wohl für keine Frau ein Zeitpunkt im Monat in dem man jubelnd hochspringt und sagt: yaaay ich liebe meine Periode.

Und so war es auch bei mir nicht. Starke Bauchschmerzen und schwankende Stimmungen sind meine größten Begleiterscheinungen. Doch wie ich so bin, bin ich der Sache näher auf den Grund gegangen. Warum bekommen wir unsere Tage? Wieso assoziiere ich so viel negatives damit und wie kann ich das ändern?


Zu erst gilt: Wenn du deine Periode ist, ist dein Körper gesund. Und du bist fruchtbar.

Ich hatte während meiner Essstörung und auch in meiner Trauer oft monatelang keine Blutung. Psychischer Stress oder Umstellungen im Leben können ebenfalls ein Grund sein. Nach dem Absetzen meiner Periode hatte ich über 18 Monate keine Periode. Da habe ich erstmal gemerkt, was hormonelle Verhütung wirklich mit meinem Körper gemacht hat.


Ohne Periode gäbe es kein Leben. Wenn wir unsere Tage haben, sind wir furchtbar. Das heißt jeder Mensch auf dieser Welt ist entstanden, weil eine Frau menstruiert hat. Eigentlich mal ein Punkt an dem man dankbar sein sollte :)






In vielen verschiedenen Ländern gibt es unterschiedliche Ansichten und Traditionen zur Periode. Jeder Kultur hat ihre iegenen Traditionen. Bei uns wird die erste Periode eher vertuscht und man schämt sich etwas, wenn man die ersten Tropfen Blut in seinem Höschen findet. Als Teenie hat man auch oft die Vorstellung, dass bei der Erstmenstruation das Blut förmlich aus einem rausschießt und die Beine nach unten läuft. So ist es natürlich nicht, es ist eine minimale Menge, die sich ganz unbemerkt im Schlüpfer sammelt :)

In anderen Ländern ist die erste Periode ein großes Fest. Es ist ein Highlight, dass man endlich reif für das Leben als Frau ist, man wird von anderen Frauen beschenkt, feiert zusammen, isst ein Festmahl und zelebriert den Übergang vom Mädchen zur heranwachsenden Frau. In wieder anderen Ländern gelten Frauen als dreckig, wenn sie menstruieren. Sie dürfen nicht kochen, müssen sich einsperren.


Wie kann ein und die selbe Sache in so viele Kulturen so unterschiedlich sein?

Alle Frauen menstruieren. Egal welche Religion, Herkunft oder Abstammung.


In der Medizin gilt: der Zyklus hat 27 Tage oder wird mit der Pille so eingestellt.

Fast keine Frau hat natürlich so einen kurzen Zyklus. Meiner hat sich so auf 32-26 Tage eingependelt und das ist kein Grund zur Beunruhigung. Jeder Körper ist anders. Ich habe auch beobachtet, dass ich zu Neumond meinen Eisprung habe und zu Vollmond meine Tage bekomme.


Wenn ich meinen Eisprung habe, bin ich sehr bei mir selbst, treffe gute Kopfentscheidungen, kann gut rational denken, bin sehr aktiv, in meiner Mitte und in meiner vollen Kraft


Während meiner Periode entscheide ich intuiviter, ich ziehe mich mehr zürück, bleibe gerne daheim, bin sehr in meinem Gefühl, eher introvertiert und sanft. Ich möchte mehr Ruhe und Schlafen


Du kannst das auch mit den Jahreszeiten vergleichen. Eisprung ist Sommer, Periode ist Winter und dazwischen in den Übergangsphasen erlebst du Herbst und Frühling.


Wenn du das für dich selbst erkennst, ist es viel einfacher, die Phasen auch so anzunehmen. Oft fragt man sich "was ist mir mir los, ich bin so müde", doch wenn du verstehst, dass diese Phasen immer wieder im Wechsel kommen, ist es stressfreier und du kannst besser für dich sorgen und vorplanen. Es sind immer Wellenbewegungen.


Jeder Zyklus ist anders. Mal hast du starke Schmerzen, mal ist es leichter. Auch so ist das Leben. So verändert sich auch das Blut während der Periode, zu beginn ist es heller, dann wird es vielleicht dunkler. Mal hat es Klumpen, mal ist es sehr dünnflüssig. Blut ist kein Grund zum Ekel. Auch wenn es teilweise unangenehm riecht, kommt es direkt aus deinem Körper. Wenn du dir in den Finger schneidest, lecken wir oft das Blut ab. Gleiches Blut, gleicher Körper, andere Körperstelle :)


Warum ich mich gegen Tampons entschieden habe?

Ich habe das Gefühl meine Blutung damit zu unterdrücken, sie kann nicht fließen, nicht abfließen. Ich verstopfe mich selbst. Seit ich nur noch Menstruationstassen verwende, habe ich auch viel weniger Bauchschmerzen. In Tampons befinden sich unendlich viele Chemikalien, Schadstoffe und Weichmacher. Beispielsweise beinhaltet ein Tampon Dioxion, ein Giftm dass im Bleichungsprozess gebraucht wird. Formalehyp, das wirkt Keimtötend und desinfiziert. Es ist Krebserregend. Auch Phtalate befinden sich im Tampon, das ist ein Weichmacher, der in Kinderspielzeug zum Beispiel verboten ist. Überprüfe mal für dich selbst, wie es sich anfühlt, sowas in deinen heiligen Ort einzuführen. Für mich war das klar: in meiner Gebärmutter soll mal ein Kind herranwachsen, ein heiliger und sensibler Ort - no more Tampons! Von vielen verschiedenen Herstellern gibt es jetzt auch BioTampons.


Außerdem sollte man sich mal hochrechnen, dass wir in unserem Leben um die 10.000 Tampons durchschnittlich brauchen. Was für eine Müllverschwendung! Mensturationstassen kannst du über mehrer Jahre verwenden.


Wenn du das nächste mal deine Tage hast und innerlich verzweifelst und dich elend fühlst...


  • sehe es als Zeichen, dass dein Körper gesund ist

  • achte gut auf dich, nimm ein Bad, mach dir einen Tee

  • nimm dich einfach mal ein, zwei Tage aus allem raus - keine Termine oder Druck

  • viel bewusst in den Bauch atmen um Spannungen zu lösen

  • sei gut zu dir, anstatt dich mit deinen Bewertungen selbst runterzuziehen....


Leichter gesagt als getan, doch Übung macht den Meister :)


Falls du Fragen hast, lass es mich gerne wissen!

Alles Liebe,

Alexandra