Von Meeresrauschen und anderen mystischen Sehnsüchten

Aktualisiert: 4. Apr 2019

Und dann stehst du plötzlich da. Am Meer. Der warme Sand umhüllt deine Fusssohlen, die Sonne scheint dir ins Gesicht. Du atmest frei und leicht, inhalierst bei jedem Atemzug die frische Meeresluft. Man fühlt sich anders am Meer. Ich vermute es ist die Weite und das gleichmäßige rauschen, dass unseren Kopf zum runterfahren bringt. Ich blicke über das Meer, bis zum Horizont ist nichts anderes zu sehen als Wasser und Himmel. Es ist mysteriös, dieser Ort. Immer wieder stehen Menschen am Strand und freuen sich über das Meer. Doch im Wahrheit sehen wir nur die Oberfläche. Wir wissen nicht, wie tief die Gewässer sind und was sich auf den Tiefen des Meeresboden bewegt. Viele von uns sagen sogar "ich mag im Meer nicht schwimmen, das ist mir nicht geheuer." Wie kann der Mensch sich von etwas so angezogen fühlen, was ihn gleichzeitig so ängstigt?


Ich glaube das liegt in unserer Natur.


Die Dinge, die uns Angst machen, in denen die Herausforderung liegt. Das sind oft die Dinge im Leben, die am reizvollsten sind. Eben weil sie uns nicht klar sind. Weil sie nicht berechenbar sind. In ihnen liegt die Lust des Abenteuers, die Sehnsucht nach erleben. Wir Menschen haben ein Bedürfnis danach uns zu spüren, uns immer wieder ein Stück weit in uns selbst zu verlieren. Und vor allem: trotzdem Boden spüren. Wir wollen frei sein und uns leicht fühlen und sehen uns gleichzeitig nach Halt und Struktur.


Manchmal wollen wir alles auf einmal und trotzdem keine Veränderung. Ich denke, dass das immer wieder das geheimnisvolle Spektrum der Angst ist. In der Angst zeigt sich die Ambivalenz der Freiheit, nämlich einerseits Angst davor, das was man hat, das was man jetzt hat, zu verlieren. Und andererseits die Angst, für immer das bleiben zu müssen, was man gerade ist.


Vielleicht sind wir alle ein bisschen widersprüchlich. Vielleicht sind wir alle ein bisschen naiv. Vielleicht liegt darin das Geheimnis. Vielleicht liegt darin der Reiz.

Was jedoch sicher ist, ist dass du die meisten Erfahrungen außerhalb deiner Komfortzone machst. Ohne das Pendeln verlieren wir uns auf einer Seite des Lebens. Wir brauchen unsere vollständige emotionale Schwingungsfähigkeit um uns wirklich ausgeglichen und zentriert zu fühlen.


Danke Ursi, für die unfassbar schöne Zeit in Thailand. Ich werde diese Reise niemals vergessen. Es hat viel in mir verändert!