Von der Magie, einen Bestseller zu schreiben // Teil 1

In diesem sehr, sehr persönlichen Blogpost erzähle ich euch von der Geschichte meines Buches. Ehrlich, unverblümt und mit Geschichten von Euphorie und Fassungslosigkeit. Schritt für Schritt nehme ich dich mit von einem Zwischenziel zum nächsten. Und erzähle dir, warum es so wichtig ist, dem Leben zu vertrauen, auf sein Bauchgefühl zu hören und negative Gedanken einfach auszuschalten. Das schöne ist doch, dass wir uns jeden Tag neu entscheiden können, wie wir sein möchten und ob unsere Ziele von gestern auch heute noch zu uns passen.



S T A R T S C H U S S


Ich erinnere mich noch ganz genau an diesen Tag. Im Oktober 2018 stellt mir eine Followerin die Frage, was ich in meinem Leben gerne noch machen möchte. In einer Instagram Story antwortete ich darauf: ein Buch schreiben und ein Kind kriegen, wäre schon echt mega!


Nur ein paar Tage später hatte ich die Mail vom Fischer Verlag in meinem Postfach. Eine Mitarbeiterin dort, hat eine Schwester, die mal auf einem meiner Workshops war und seit dem immer wieder von mir erzählt hat. So sei sie auf mich aufmerksam geworden. Sie hat geschrieben, dass sie im Verlag öfter mal meine Story schauen und begeistert von meiner Persönlichkeit sind und dem Weg, den ich gehe. Ganz unverbindlich hat sie mich gefragt, ob ich ihnen nicht mal ein paar Texte von mir schicken könnte. Kleiner Insider: ich habe dem Verlag einen unveröffentlichten Text über Tinder Dates und One Night Stands zugeschickt, den ich auf einer Reise mal aus einer Mischung von Frust und Lachanfällen geschrieben habe. Gott sei dank wurde der nie veröffentlicht! :)


Am 18. Oktober war es dann endlich so weit, nach ein paar mal hin und her schreiben kam die Mail "wir würden gerne mal eine Projektskizze erstellen" - ich war natürlich total aus dem Häuschen und bin direkt in der nächsten Woche nach Frankfurt gefahren, um die Mädels dort kennenzulernen! Wieso auch lange fackeln? Meine damalige Mitarbeiterin Veli hat mit zu dem Termin sofort begleitet. Es ist einfach so viel schöner, wenn man seine Glücksmomente mit jemandem teilen kann.


In Frankfurt angekommen haben wir erstmal eine Führung durch den Verlag bekommen. Alles war so groß, teilweise roch es richtig nach frisch gedruckten Büchern. An den Wänden hingen Timelines für die kommenden Monate. Es war absolut absurd meinen Namen zwischen all den anderen Autoren zu finden. Denn zu dem Zeitpunkt bin ich davon ausgegangen, dass wir uns erstmal kennenlernen und Brainstormen. Doch das ich am Ende des Tages nach Hause fahre, und der Erscheinungstermin, so wie auch der Titel des Buches schon fest steht, hätte ich wirklich niemals gedacht.



V O N D E R I D E E Z U M K O N Z E P T


Zuerst haben wir zusammengefasst, was wirklich wichtig für das Buch ist. Ich bin dem Fischer Verlag unglaublich dankbar, dass sie alle meine Wünsche berücksichtigt haben. Das war zum Beispiel:


Druck auf Naturpapier ohne Chemische Bleichung

Keine Plastikverpackung ums Buch rum

Das Cover muss ein Foto von mir (oder von mir gemacht) sein

Möglichkeit auch farbige Bilder ins Buch zu drucken


Außerdem haben wir den Umfang, die Zielgruppe und den groben Inhalt festgelegt. Und dann ging es erstmal ans Brainstorming für den Titel. Hierzu haben wir alle Begriffe und Worte, die wir mit mir und dem Buch in Verbindung gebracht haben gesammelt. Anschließend haben wir aus den Worten dann Sätze gebastelt. Jeder hat Vorschläge gemacht und die Ideen des anderen in seine Entwürfe mit einbezogen. So kamen wir zu über 30 Titelvorschlägen, die wir dann miteinander abgestimmt haben bis wir auf 5 Favoriten kamen.


Meine Keywords für das Buch waren unter anderem

Magie, Sehnsucht, Tanzen, Heldin, Regen, Glücklich




Als wir Abends heimgefahren sind, konnte ich mein Glück gar nicht fassen. Es war schon stock dunkel, als wir auf der Autobahn zurück in Richtung Nürnberg gefahren sind. Der ganze Tag war voller Aufregung, Vorfreude und dem ständigen: passiert das gerade wirklich? Mit 2km Restreichweite sind wir auf Landstrassen rumgefahren, weil vor lauter Kreischen und Freude vergessen haben rechtzeitig zu tanken (ging aber alles gut)! Und witziger weise habe ich in dieser Nacht schon mit meinem Freund telefoniert, mit dem ich ja erst ein paar Monate später zusammen gekommen bin. Wegen irgendeinem Grund, den wir beide nicht mehr wissen, haben wir zufällig telefoniert und ich habe ihm erzählt, dass ich gerade vom Verlag heimfahre.


Neben all der Aufregung kam auch immer wieder der Gedanke, dass das gerade alles gar nicht wahr sein kann. Wie komme ich denn dazu, ein Buch zu schreiben? Wer wird es lesen? Was ist wenn es floppt oder ich danach mega großen Shitstorm ernte? Was ist, wenn es sich gar nicht verkauft? Fragen über Fragen. Im Verlag habe ich gesehen, dass bereits große YouTuber mit Millionen Reichweite Bücher mit dem Verlag geschrieben haben. Natürlich auch einige Promis und bekannte Persönlichkeiten. Doch unter den "Influencern" (zu denen ich mich ungerne dazuzähle) hatte ich schon wirklich als einzige keine Millionen Community. Ob das wirklich erfolgreich sein kann? Doch ich beschloss ziemlich schnell, dass das nicht die Gedanken sein werden, mit denen ich mich beschäftigen werde. Ich möchte positiv denken. Nicht mit dem Druck von Verkaufszahlen im Hinterkopf, sondern eher mit einer Leichtigkeit und dem Vertrauen, genau die Menschen zu erreichen, die das Buch gerade in ihrem Leben brauchen.


Ich vereinbarte mit dem Fischer Verlag im Dezember, dass das Buch Ende April fertig geschrieben sein muss. Bis dahin müssen zwei Lektorate abschlossen sein.

Kurz zur Erklärung: jeder Autor arbeitet mit einem Lektor zusammen. Oder in meinem Fall, mit einer Lektorin. Ich hatte das Glück, dass ich meine liebe Tatjana mitbringen durfte! Sie hatte mich schon Monate vorher mal per Mail angeschrieben, wir hatten uns ein wenig über das Leben ausgetauscht und irgendwann folge auf einen Instagram Post der Kommentar: Wenn du mal ein Buch schreibst, werde ich deine Lektorin! Ja und so ist das Leben manchmal. Da spielt es einem schon vorher so viele Karten zu, die man erkennen und nutzen darf. Es fügt sich alles, was sich fügen soll.



D E R T I E F P U N K T


In meinem Leben war Chaos. Ich begann das erste Kapitel zu schreiben und erkannte, dass es absolut nicht möglich ist, dieses Buch zu schreiben. Nicht hier. Nicht jetzt. Nicht in dieser Situation in meinem Leben. Wer das Buch von euch schon gelesen hat, in dieser Nacht habe ich den Anfang geschrieben, in dem ich total verheult im Bett liege und versuche Worte für das zu finden, was Selbstliebe wirklich ist. Ich habe mich zu dieser Zeit nicht wirklich selbst geliebt. Ich steckte fest zwischen hoffen und warten. Und ich war unglaublich fremdgesteuert. Vom höchsten Hoch, ins tiefste Tief. Ich habe mich mein Leben lang gefragt, warum das Wort Leidenschaft, Leidenschaft bedeutet. Heißt es, dass Leidenschaft Leiden schafft? In dieser Phase meines Lebens hat es jedenfalls unglaublich gut gepasst.


Das Buch zu schreiben, war eine Art Therapie für mich selbst. Ich erkannte schnell, dass ich niemals authentisch über Selbstliebe schreiben könnte, wenn ich in meinem Leben nicht schleunigst etwas ändern würde. Ich packte meine Sachen und flog ein paar Tage zu meiner langjährigen Freundin Fabiana nach Rumänien. Tapetenwechsel. Hat nicht wirklich funktioniert. Ich glaube ich habe an diesem Wochenende mehr geheult und gejammert, als irgendwas anderes getan. Am letzten Abend vor meiner Heimreise, liefen wir durch die Gassen von Cluj und lauschten den Straßenmusikern. "Ohne scheiß Alex, du kotzt mich langsam so richtig an. Das was hier ist, bist nicht du. Ich kenne dich so nicht und ehrlich gesagt, hätte ich niemals gedacht, dass du so sein kannst. Du bist wie eine dieser alten, depressiven Menschen die permanent nur jammern und hoffen, dass sich die anderen ändern, weil sie selbst keinen Arsch in der Hose haben, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen." Das hatte gesessen. Und da war mein Augenblick, in dem sich so viel änderte. Wir irrten durch die Gegend und ich führte ein Telefonat, dass nicht mehr voller Vorwürfe und Beleidigungen hätte sein können und entschied: ich brauche einen Tapetenwechsel. Das alles, nein ICH, muss mich ändern. Fabiana und ich stiegen in das nächste Taxi und fuhren zu einer Hausparty. Ich weinte ununterbrochen. Als wir am Ziel angekommen sind, stiegen wir aus und bogen in eine dunkle Seitenstrasse ab. Und dann kam der Moment. Es begann zu schneien. Schneeflocken begannen sich auf meine Wangen zu legen. Ich blieb stehen und nahm einen tiefen Atemzug. Die ganze Stadt war mucksmäuschenstill. Der Wind wirbelte die Flocken auf. Ich musste lächeln, breitete die Arme aus und begann zu tanzen. Ich umarmte Fabiana so fest ich nur konnte.





A L L E R A N F A N G I S T S C H W E R


Ich flog zurück nach München und entschied: Ich ziehe zurück nach Hause. Ich muss jetzt erstmal auftanken und mir alle Zeit nehmen, damit ich fokussiert an diesem Buch schreiben kann. Vielleicht ist es alles jetzt genau richtig. Vielleicht brauche ich dieses Tief und die großen Entscheidungen, um mein Buch noch gehaltvoller zu schreiben. Weihnachten war ich zurück zu Hause. Ich blühte in der Zeit zuhause förmlich auf, war mitten in meiner Kraft, war ausgeglichen, lebensfroh und genießte jede Sekunde mit meinem Freundeskreis. Weihnachten wurde spontan ins neue Büro verlegt. Ich schrieb Stunden über Stunden, löschte wieder und begann von vorne. Kurz entschlossen entschied ich mich, am 28. Dezember eine neue Wohnung anzuschauen. Meine erste eigenen Wohnung. Ich war sofort schockverliebt und zog mit meinen sieben Sachen am 1. Januar 2019 dort ein. Eingerichtet waren meine 47 qm auch schnell und ich begann mein Buch zu strukturieren. Ich war natürlich im engen Kontakt mit dem Verlag und die ersten Ideen sahen so aus (Auszug aus meiner Mail an den Verlag)


Selbstliebe was ist das eigentlich?

Selbstfürsorge - wie kümmere ich mich um mich selbst?

Sebstannahme und Vergebung 

Selbstabwertung - wie ist mein Umgang mit Drama und Misserfolg

Selbstverantwortung - was sagen die anderen

Lerne dich kennen - wie bin ich eigentlich selbst?

Hier könnte man auch gut einen Workbook Teil einbringen, dass die Leser aktiv Fragen zu sich selbst beantworten

Traurigkeit als Kraftquelle - alle Gefühle dürfen sein

Kleine Schritte - Veränderung darf schleichend passieren

Minimalismus macht leicht - befreie dich

Entscheidungen treffen - lerne nein zu sagen

Grauzonen bilden  - erlaube dir dein „aber“ zu einem „und“ werden zu lassen

Impulse wieder selbst wahrnehmen

Ich liebe meinen Körper - Liebe, Zärtlichkeit

Glaubenssätze auflösen oder annehmen

Innere Kritiker besiegen

Dein Zyklus (wäre vielleicht eher was für Frauen oder wollt ihr das allgemeiner haben?)




U N D W E G


Ich merkte, dass ich zuhause ultimativ abgelenkt war. Immer wieder kamen Freunde vorbei und ich brauchte die Zeit in Gesellschaft auch sehr. Jeden Abend füllte sich meine Küche voller Liebe und tollen Menschen. Wir sangen, tanzten und genossen die Zeit. Es war wirklich ein ganz besonderer Abschnitt. Aber wie es das Leben so macht, hatte ich im Dezember spontan mit einer Freundin Urlaub in Thailand gebucht. Und war nicht Backpacking, sondern Robinson Club Urlaub! Nur entspannen, Yoga, gesundes Essen und vorallem: Buch schreiben!


Und so kam es auch! Die liebe Ursi und ich verbrachten in Thailand eine unfassbar intensive Zeit.Ich war selten so sehr in meiner Mitte wie dort. Ich war leicht, alles fühlte sich gut an und die luxuriöse Atmosphäre trug natürlich ihren Teil dazu bei. Schnell merkte ich, dass ich mit einem Word Dokument nicht weit kommen würde. Ich verlor den Überblick und hatte keine Ahnung wie viel Text ich für eine Seite in meinem Buch brauchen würde. Sprachnachrichten mit meiner Lektorin Tatjana sorgten dann für Klarheit: fang doch einfach mal an! Ich bin eine Macherin, Visionärin und vor allem im Herzen eine Grafikerin. Ich begann in InDesign zu basteln. Seiten anlegen, Farben und Schriften suchen, zusammen basteln und rumschieben. Alles nahm Form an.



Ich nutze die Nächte (danke Jetlag!) und schrieb, schrieb, schrieb. Ich schrieb am Pool, an der Strandbar, am Zimmer, tagsüber, nachts, am Balkon und am meisten: in meinem Bett. Ich würde fast sagen, dass 70% des Buchinhalts in Thailand entstanden ist. Und da habe ich mal wieder gemerkt, wie wichtig das Umfeld ist. Denn Ursis geradlinige und ehrliche Art, hat so viel Einfluss auf mich und das Buch genommen. Wir hatten wirklich so eine besondere Zeit!



D I E V I S I O N


Irgendwann als wir uns mal wieder für das Abendessen fertig machten, träumte ich mit Ursi über unsere Zukunft. Sie war sich ja eh sicher, dass das Buch ein voller Erfolg sein wird. Während sie sich die Haare machte und ich am Bett immer noch vor dem Laptop saß, lachten wir noch bei der Idee, dass dieses Buch wirklich mal auf die Spiegel Bestseller Liste kommen wird. Wir hatten ein mega schönes Dinner unter dem Sternenhimmel Thailands. Tranken auf uns, das Leben und den magischen Moment. Als wir spät Nachts zurück ins Zimmer gingen und uns ins Bett kuschelten, öffnete ich mein Laptop und sagte zu Ursi: weißt du was, der Aufkleber kommt da jetzt einfach drauf! Schließlich muss man sich seine Träume groß visualisieren. Jedesmal wenn ich jetzt das Buch Dokument öffne und darin arbeite, sehe ich schon das vor mir, was irgendwann mal sein wird. Kleiner Funfact: Als wir für die Druckdaten den Aufkleber Monate später entfernten, kam mir der Titel sogar nackt und etwas fremd vor. Ich hatte das Gefühl, da fehlt doch etwas!



Wir nutzen einen Sonnenaufgang am Meer, um potentielle Tielmotive fürs Cover zu fotografieren. Mir war klar, dass ich eine Person von hinten ablichten möchte, damit der Leser sich in diese Person reinversetzen kann. Es sollte Weite vermitteln und Klarheit. Schlicht, elegant und trotzdem emotional und weich.


Nach 14 wundervollen Tagen voller Wellness, Sport und high high quality time, sind wir dann nach Hause geflogen. Haben uns in den letzten Tagen noch permanent ein Upgrade beim Universum für die Business Class bestellt. Wie das geht, erzähle ich dir zu einer anderen Zeit! :) Und am Abend vorm Abflug kam dann die Mail - es hat funktioniert! Für nur 500 Euro Aufzahlung konnte ich die 16 Stunden Heimflug richtig entspannt und kreativ verbringen. Für mich stand sofort fest: das ist ein Betrag, den sofort in mich selbst investieren würde. Nach so einem entspannten Urlaub und der vielen Arbeit war das die perfekte Belohnung. Die letzten Kapitel sind hier über den Wolken entstanden!




D E R T I T E L


Zuhause angekommen ging es dann ans Gestalten des Titels. Wir hatten uns zwischendrin für den Titel "von der Sehnsucht seine eigene Heldin zu sein", entschieden, das Wort Sehnsucht, gegen Magie auszutauschen. Das klang irgendwie positiver. Ebenfalls änderten wir "seine" in "deine" um den persönlichen Bezug zu den Lesern mehr herzustellen. Ich fuhr zu Marina nach München und wir machten ein paar neue Bilder, ich durchwühlte meine Festplatte, nach anderen passenden Motiven und dann entschieden wir gemeinsam, welcher Titel es wohl werden soll. Die Strandbilder aus Thailand trafen das Thema nicht so gut und vermittelten beim ersten Blick nicht wirklich das, worum es im Buch auch gehen sollte. Hier zeige ich dir mal ein paar Vorschläge, die auch zum Verlag gingen. Ich probiere mich mit der Typografie aus und entschied das Buch nicht unter meinem richtigen Namen, sondern als "Frau Herz" zu schreiben. Mit diesem Namen identifiziere ich mich so sehr und es fühlte sich komplett richtig an.



Die nächsten Monate vergingen wie im Flug. Mal habe ich Tage nicht am Buch gearbeitet, dann kam wieder Input von meiner lieben Lektorin Tatjana. Manchmal saß ich die ganze Nacht daran, an anderen Tagen habe ich Stundenlang mit meinem jetzigen Freund telefoniert und war super abgelenkt. Es ist ja immer eine besondere Zeit, wenn man sich kennenlernt und für den anderen auch interessant sein möchte. Mit der Selbstliebe Bombe aus Thailand, dem mega guten Gefühl, der eigenen Wohnung und all den guten Vibes konnte er ja gar nicht anders, als sich in mich zu verlieben. Haha, Spaß! Aber meine Lebensfreude und positivität konnte ich zu der Zeit wirklich schlecht verbergen. Und davon haben sich andere Menschen auch bedroht gefühlt. "Jetzt hebt sie voll ab" oder "sie ist gar nicht mehr sie selbst" durfte ich mir von außen anhören. Manche schoben mich aufs Abstellgleis, andere zogen mich in ihr Leben. Es war eine Zeit voller Wandel.


D A S L A Y O U T


Eigentlich war mit dem Verlag ausgemacht, dass ich die Gestaltung des Buchs nicht übernehmen würde. Warum? Ganz einfach: Dinge für sich selbst zu gestalten ist unglaublich schwierig und meist eine neverending Story! Wir einigten uns darauf, dass ich 10-20 Seiten gestalten würde und ein interner Grafiker anhand meiner Musterseiten, das Layout vervollständigen würde. Perfekt!

Doch während dem schreiben habe ich gemerkt, wie leicht es mir fiel, die Seiten liebevoll zu gestalten. Immer wieder tanzte ich durch die Wohnung und mir fielen weitere Dinge ein, die ich grafisch umsetzen könnte. Kurz um enschied ich, dass ich das ganze Buch selbst layouten möchte. Ob ich dafür bezahlt werde oder nicht, war mir in der Nacht (es war so ca. 2:45 Uhr) ziemlich egal. Ich war so im Flow, dass ich um 7 Uhr früh das Rollo runter lies, da es zu hell wurde. Um 11 Uhr bin ich dann überglücklich auf meine Yoga Matte gefallen und nach 10 Minuten in der Haltung des Kindes eingeschlafen. Mein Hund Taxi hat mich Nachmittags ganz verdutzt angeschaut, als wir kuschelnd nebeneinander aufgewacht sind.



F I N A L C A L L


Und dann war es soweit. Ich sendete meine Daten im April zum Fischer Verlag und bekam sie Ende Mai zurück. Es wurden nochmal Textkorrekturen vorgenommen und angepasst. Doch inhaltlich und grafisch blieb alles an seinem Platz. Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass der Verlag bestimmt Seiten streicht, oder Kapitel rauswerfen möchte und sich andere Inhalte wünscht. Jedenfalls rechnete ich mit Korrekturen, die Tage lang dauern würden. Und alles was kam, war eine geänderte Schriftgröße und ein paar Bilder mussten aufgrund des Falz anders platziert werden. Und, wie hätte es anders sein können. Der Aufkleber des Spiegel Bestsellers musste vom Titel runter. Das sei ja bis dato nur ein Traum gewesen.

Ich bekam mein PDF also zurück und hatte nochmal eine Woche Zeit alles durchzulesen. Und ich entschied mich dazu, es zu lassen. Ich möchte es nicht nochmal lesen. Das Buch ist in einer Zeit entstanden, die ein Kapitel meines Lebens ist. Vermutlich würde ich sonst nochmal alles umschreiben und ändern, vertiefen oder abkürzen. Und das wollte ich nicht. Es ist, wie es ist. Ein Buch, nein jeder Text, ist immer eine Momentaufnahme.



W A R T E N


Es vergingen WOCHEN ohne neue Updates. Ich spürte irgendwann Abends, dass mein Buch gerade in der Druckerei sein musste. Warum kann ich nicht mehr beschreiben, aber es war irgendwie so ein inneres Kribbeln. Wochen lang schwankte ich im Zustand des unfertigen. Irgendwie war ich ja fertig und gleichzeitig war so viel zum Thema Marketing, Promotion und Kooperationen zu besprechen. Wo werben wir? Und wie? Wird es Lesungen geben? Buch Messen? Ich träumte wie es sich wohl anfühlen würde, das Buch in einer Buchhandlung zu sehen. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die Mädels vom Verlag (mit denen ich in der Zeit total zusammengewachsen bin) mir verheimlichen wollen, dass das Interesse an dem Buch nicht so wirklich groß war. Niemand hat so wirklich an das Potential geglaubt. Ich war ziemlich unbekannt, das Thema ist nicht neu und es gab schon hunderte Bücher dazu. Ein Taschenbuch von einem "Newcomer" in der Branche, würde sicherlich nicht wirklich so Erfolg haben. Es wurden keine Lesungen gebucht und auch mein Traum vom Hörbuch wurde erstmal aufs Eis gelegt. Natürlich hat mich das alles auch ein bisschen beschäftigt. Doch bin ich ziemlich schnell zu dem Entschluss gekommen, dass ich daran nichts ändern kann. Das Buch ist bereits im Druck - alles was jetzt passiert liegt nicht mehr in meiner Hand.



D A S E R S T E M A L A N F A S S E N


Und dann... ja dann lag es plötzlich in meiner Garage. Der Postbote hatte es dort hinterlegt und ich habe den Karton erstmal total blind aufgerissen und mich dann mördermäßig erschrocken, als ich es auf einmal in der Hand hatte. Wie es mir mit dem ersten Blick ins Buch ging und warum ich unglaublich weinen musste, habe ich euch ja in einer Podcastfolge erzählt. Es war nicht alles immer nur einfach. Und tausend verwirrende Gefühle mischten sich in mir....




Nächste Woche geht es mit Teil zwei weiter :)