Sturmfluten.

Ich hasse dich. Ich hasse dich dafür, dass du so unglaublich faszinierend für mich bist. Dafür, dass du mich dazu bringst, dich so sehr zu lieben. Ich hasse es, dass ich nicht loslassen kann. Und eigentlich frage ich mich, von was ich nicht loslassen kann. Da ist nichts. Nichts irdisches. Nichts ehrliches. Und gleichzeitig ist es die größte Form von Ehrlichkeit, die ich je gespürt habe. Und im selben Moment weiß ich, dass es Bullshit ist!

Wie ich schon wieder anfange, dich zu ehren, dich zu schützen und uns zu verteidigen. Und nur noch das zu sehen, was utopischer Weise in meiner nicht realen Zukunft liegt.


Es ist diese unglaublich sanfte und wunderschöne Form von Melancholie.

Die Ruhe in deiner Zuneigung.

Die Attraktivität in Zerbrechlichkeit.

Da bist du, mit deinem Schutz und deiner Wut. Deiner Liebe und der Aggression.

Da ist die Ruhe in deiner Seele. Dein tiefer, stiller Ozean, der sich in dir nur spiegelt, weil du ihn in meinen Augen siehst. Da ist neben dieser Ruhe auch die Flut, der Sturm, die Kraft.

Und ich war tapfer und mutig genug in diesen Sturm zu ziehen.

Und deine Gefühle, ja sie kamen in Wellen. In großen Wellen.

Ich wusste nie, was der nächste Moment bringt. Doch was ich weiß, ist dass auf die wunderschönste Nähe, die sanfte Liebe, immer die größte Distanz in herablassendem Schmerz folgt.


Wei wir waren, hoffe ich.

Weil ich hoffe, liebe ich.

Weil ich liebe, bin ich nicht wir.


Und alles was mich quält ist die Frage, wie es in dir aussieht. Womit ich diese Wut verdient habe. Ob es dir ohne mich wohl besser geht. Oder du dir im innen doch heimlich die Nähe zu meiner Seele wünschst. Die Geborgenheit in deiner Freiheit.


Doch was ist diese Sucht? Diese Anziehung? Das was ich wirklich verabschieden müsste, wenn ich dich los lasse, oder anders, wenn ich mich entscheide, mir selbst wichtiger zu sein.

Und trotzdem ist dieser Anteil in mir, der dich liebt, würdig auch von mir geliebt zu werden. Und angenommen zu werden. Er ist ein Teil von mir. Und du bist ein Teil von mir.


Doch ich möchte so gerne herausfinden, was mich an der Vorstellung, was wir zusammen sein könnten, so sehr fasziniert, dass ich es zu lasse mich in dem seelischen Schmerz , dem du mich aussetzt, aufzulösen.