Wenn sich plötzlich alles ändert. Mein Umdenken.

Irgendwann war es einfach zu viel. Es waren zu viele Seminare, zu viele Bücher, zu viele Eindrücke. Mein Leben bestand darin mich weiterzubilden. Täglich neuer Input durch Podcasts, Artikel und das Leben der anderen. Ganz zu schweigen von Instagram.


Der Wecker klingelt, ich dreh mich noch einmal an. Schlummertaste. Ich atme tief durch. Der Tag beginnt. Doch bevor irgendwas an diesem Tag beginnt, werfe ich noch einen Blick in Instagram. Ich könnte ja etwas verpasst haben. Vielleicht ist es auch gar keine aktive Entscheidung, mit das Leben der anderen anzuschauen, sondern schon so unterbewusst, dass ich gar nicht weiter darüber nachdenke. "Mir tuts halt auch mal gut, nicht nachzudenken. Ich schalte ab, während ich surfe." Bullshit. Ich vergleiche mich, ich bewerte mich. Sehe das, was andere tun und ich nicht habe. Sehe das, was ich längst machen wollte und keine Zeit dafür hatte. Eine Freundin sitzt mit einem Stück Erdbeertorte am See - wann saß ich das letzte mal an einem See? Eine Workshopteilnehmerin postet ein Selfie im Abendlicht - verdammt, wieso hat sie so schöne Haut? Ich bin voll mit Gedanken bevor der Tag überhaupt beginnt.


Ich brauche einen Stopp. Und zwar einen mit Wumms!


Der Wecker klingelt, ich dreh mich noch einmal an. Schlummertaste. Ich atme tief durch. Ich lege mir die Hände auf meinen Bauch, spüre meine Atem, wie er durch meinen ganzen Körper geht. Ich lächle, mir tut nichts weh. Mein Körper ist ein Wunder. Ich strecke mich, bewege jeden Muskel an mir einmal, ich spüre mich. Meinen Tag beginne ich mit einem Lächeln, ich lächel mir selbst zu, drehe mich noch einmal um, kuschel mich in das warme Bett. Vielleicht geht es mir nicht immer gut, vielleicht ist mein Kopf nicht immer so frei. Aber mein Tag soll leicht beginnen. Ich bin dankbar, dass ich da bin. Und das ich mich so da sein lasse.


Ich habe eine Pause eingelegt. Als erstes begann ich allen meinen Instagram Followern zu entfolgen. Sorry dafür, ich weiß, Social Media lebt von Interaktion miteinander, aber ich konnte einfach nicht mehr. Und ich wollte sehen was passiert, wenn ich mein Leben einschränke. Keine Bücher mehr lesen, und wenn doch, dann nur Liebesromane oder Geschichten aus dem Leben. Keine Seminare mehr, keine Podcasts mehr hören, keine Weiterbildung. Es reicht.


Wer bin ich, wenn ich alle Stimmen um mich rum ausschalte? Wie oft bin ich nach Seminaren heimgekommen und dachte, dass das dort gelernte die Realität ist? Das es genau darum geht, all das in mein Leben zu integrieren. Und wenn ich doch auf dem letzten Tantra Seminar gelernt habe, dass Sexualität etwas ist, was man in die Welt tragen muss! Grenzen existieren nur in meinem Kopf! Geh weiter! Geh über die Grenze! Dahinter liegt das höhere ich, die Trance! Zeigt euch in der Weiblichkeit, seid doch nicht so verklemmt! Fake it till you make it! Wenn du etwas noch nicht hast, dann tu doch einfach schon so, als hättest du es bereits!

Dinge, die ich so angenommen habe. Die sich auch in mir manifestiert haben. Heute sehe ich das anders. Sexualität ist etwas heiliges zwischen zwei Menschen und es ist vollkommen in Ordnung, wenn man dies für sich selbst behält und nicht in die Welt schreit. Grenzen sind mir heilig, denn sie schützen mich und ich muss sie nicht überschreiten, nur weil jemand anders mir sagt, dass das so soll. Für mich sind sie wertvoll und es war sehr viel Arbeit sie zu setzen. Natürlich ist es ratsam, sich schon so zu verhalten, wie man gerne irgendwann mal wäre. Es ist gut in Rollen zu schlüpfen, jedoch auch dieser Satz ist mir Vorsicht gewählt. Denn Fake it till you make it, ist auch nur begrenzt sinnvoll.

Drei kleine Beispiele von Dingen die sich plötzlich geändert haben. Ich habe begriffen, dass wir unter so viel Einfluss stehen, dass wir oft gar nicht mehr wissen, was wirklich zu uns gehört und was wir nur vom Umfeld übernehmen.


"The challenge isn't knowin who you are as a person. It's having the courage to act like the person you are." Daniel Chidac


Ich kenne mich. Ich kenne mich gut. Drei Jahre Selbsterfahrungsseminare, eine Ausbildung zur Kreativtherapeutin, 20 Wochen stationäre Psychotherapie, 7 Jahre ambulant. Glaubt mir, ich habe unglaublich viel Zeit in meinem Leben damit verbracht mich selbst zu verstehen, mich zu reflektieren und mich anzunehmen. Doch traue ich mich wirklich, mich so zu verhalten wie ich eigentlich bin?


Der Konsumstop hat mich umdenken lassen.


Warum haben wir so viel Angst, zu sein, wer wir wirklich sind?

„In jeder Person befinden sich mindestens drei Persönlichkeiten. Eine ist die, die du wirklich bist, und über sie weißt du fast gar nichts. Die zweite ist das, was du von dir selbst glaubst. Die dritte ist, was du andere über dich glauben machen möchtest. Jeder Mensch ist in drei Ebenen unterteilt. Die erste ist die, die auf der er wahrhaftig ist, aber er ist sich derer nicht bewusst. Die zweite ist die, auf der er sich selbst sieht. Die dritte ist die, auf der er von anderen gesehen werden möchte. Auf diese Weise ist jeder Mensch über drei Ebenen verteilt.

Der wahrhaftige Mensch ist derjenige, der du wirklich bist. Du glaubst, du seist bescheiden, und innen bist du voller Ego. Du glaubst, du seist sehr religiös, aber innen bist du voller Irreligiosität. Wenn du glaubst, du seist ein Mensch, der viele soziale Dienst leistet, hast du innen immer das Bedürfnis, dass dir alle dienen. Bist du wirklich der Mensch, von dem du denkst, dass du es bist? Wenn du da stecken bleibst, wo du denkst, dass du es bist, wirst du nie dein wirkliches inneres Sein kennenlernen.

Bevor er sich selbst kennenlernt, muss ein Mensch nackt werden, er muss alle Kleidung abwerfen. Wir tragen nicht nur außen Kleidung, wir tragen Kleidung auch innen, in unserem Kopf. Wir haben nicht nur Angst, außen nackt zu sein, wir haben auch Angst, innen nackt zu sein. Wir haben sehr viel Angst, uns selbst nackt zu sehen, zu sehen, wer wir wirklich sind. Wir möchten nicht sehen, wer wir sind, sonst bekommen wir Angst vor uns selbst. So legen wir viele Gesichter auf und schmücken uns auf vielerlei Art. Wir treffen viele Vorkehrungen, um unser wahres inneres Selbst nicht zu sehen." - Osho


Mein Leben änderte sich schnell. Als ich all das im Außen abstellte, wurde es erstmal unglaublich laut in mir drin. Denn ohne Ablenkung durch social Media, ohne an mir rumdoktern nach Seminaren und ohne Rituale, zu denen ich mich zwang um mir selbst und anderen (mit einem schnellen Schnappschuss im Schneidersitz auf dem Hippie Teppich) zu zeigen, wie toll ich bin (z.B. jeden morgen 20 Minuten Meditieren), hatte ich plötzlich unglaublich viel Zeit. Alleine der Konsumstop auf Instagram schenkte mir jeden Tag ca. 2 Stunden mehr Zeit. Und diese Zeit heißt es erstmal zu füllen. Also begibt man sich in viele neue Gedanken, wird mit viel konfrontiert. Der erste Schritt nach dem Abschalten hieß also: sich selbst aushalten.


Und dann entdeckte ich dieses Bild. Es machte mich sprachlos. Traurig. Fassungslos.


Ich erinnere mich noch genau, als ich im Badzimmer stand und mir das erste Mal Gedanken darüber manchte, welche Inhaltsstoffe eigentlich in meinem Weichspüler sind. Ich fuhr in den nächsten Supermarkt um einen Weichspüler zu suchen, der keine chemischen Kuddelmuddel Mischungen in sich hatte und stand fassungslos vorm Regal. Es gibt 42 verschiedene Weichspüler, von 17 unterschiedlichen Marken. Ich entdecke fast 26 verschiedene Geruchsunterschiede. Und das schlimme: Alles in Plastik verpackt mit Werbeslogans die so gar nicht wahr sein konnten. Brauche ich Weichspüler überhaupt? Reicht nicht einfaches Waschmittel? Muss Waschmittel nicht einfach nur aus Wasser, Seife und ein bisschen Duft bestehen? Wann hat es angefangen, das von allem so unendlich viel zur Verfügung steht? Es ging mir nicht nur in der Waschmittelabteilung so. Es gibt 17 verschiedene Schärfegrade von Senf, in Tuben, Gläsern, von zig verschiedenen Herstellern. Muss das wirklich sein? Ich begann meine gewonnene Zeit durch den Instagram Konsumverzicht damit zu verbringen, mir Dokus anzuschauen. Dokumentationen über Plastik, Umweltverschmutzung, Textilproduktion in Bangladesh, über Essensherstellung. Wusstest du, dass Babyshampoo nicht in den Augen brennt, weil Betäubungsmittel drin ist? Wusstest du, dass Kühe eigentlich Gras fressen sollten, jedoch bei uns mit Mais gemestet werden? Ihr Magen ist aber gar nicht dafür ausgelegt, so viel Mais in sich zu haben. Deswegen bildet sich durch den hohen Säuregrad im Viehmagen, beim zersetzen Stoffe, die giftig für unseren Körper sind. Deshalb füttert man Tiere mit Antibiotika, und gibt ihnen Medikamente zum Magenschutz. Diese Milch trinken wir. Dieses Fleisch essen wir.


Ich forschte weiter. Ich entdeckte die App Code Check und begann alle meine Produkte zu scannen. Kosmetik, Bodylotions, Make Up, Shampoo. Es war erschreckend. Mein Bio fair Trade Shampoo bestand aus Mikroplastik, mein Make Up aus Erdöl. Und es machte mich traurig. Wann hat die Menschheit angefangen so zu werden? Wer hat entschieden, ab sofort Erdöl in die Dinge zu mischen, die wir uns ins Gesicht schmieren?


Wir leben gerade in einem Wandel, der Trend geht hin zur gesunden Ernährung, dem Ausgleich mit Sport und Yoga, einer guten Life Work Balance und mehr Achtsamkeit. Doch wie gesund können wir wirklich leben, wenn selbst in den Verwöhnartikeln Giftstoffe drin sind? Welchen Herstellern können wir noch vertrauen und wer ist eigentlich wirklich ehrlich zu uns? Ist es Sinn des Lebens alles zu hinterfragen? Warum belügen uns die Konzerne so sehr?


"Ach Baby, der Mensch wäre doch schon lange so weit, einen Motor mit Wasser betreiben zu können. Doch die Ölkonzerne würden so etwas nie zu lassen." erklärt mir mein Freund. Wie grausam ist das? Warum gibt es keinen Umweltminister? Einen der für die Welt entscheidet. Gesetze an die sich alle Länder halten müssen?


Ich entdeckte was der Umweltschutz und die Nachhaltigkeit in meinem persönlichen Leben für Einfluss hatte, doch stellte schnell fest, wie viel größer das Ausmaß war.


1950 wurden knapp 1,5 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr produziert sind es heute fast 300 Millionen Tonnen. Und ein viel zu großer Teil davon landet im Meer. Etwa 75 Prozent der bis zu 10 Millionen Tonnen Müll, die jährlich in die Meere gespült werden, besteht aus Kunststoff.


Über 150 Millionen Tonnen Plastikmüll, so vermuten es Experten, belasten mittlerweile die Meere. Im Jahr 2050 würde danach mehr Plastikmüll als Fisch in den Weltmeeren zu finden sein.


Ich möchte meine Reichweite nutzen um darauf aufmerksam zu machen! Ich möchte nicht in zwanzig Jahren, wenn meine Kinder mich fragen, warum ich nichts gegen die Zerstörung der Erde unternommen habe, da stehen und mit den Schultern zucken.


Unsere Erde stellt uns all das was wir brauchen kostenlos zur Verfügung. Wir brauchen die Sonne, um uns zu wärmen, aufzutanken, den Regen um zu wachsen. Die Wälder reinigen unsere Luft, die Meere schenken uns Ruhe und Erholung. Die Berge fordern uns heraus, machen uns stark. Wir nehmen uns all das und geben so viel "schlechtes" zurück. Müll, Abgase, Verschmutzung, Zerstörung. Wir holzen Wälder ab um Papier zu machen, das wir nach einmal benutzen wegwerfen, vermüllen den Ozean und zerstören Lebensraum, anstatt unseren Abfall zu entsorgen. Ich schäme mich, für die Menschen, wie respektlos sie mit diesem Planeten umgehen. 


Wo soll das hinführen wenn wir nicht endlich anfangen minimalistischer und rücksichtsvoller zu leben? Das wir Einzelne nichts ändern können, ist ein Irrglaube! Wenn jeder sich an die eigenen Nase fasst und sich bewusst darüber wird, was wir uns und der Welt antun, bewegen wir viel. Als Kinder konnten wir es nicht erwarten erwachsen zu werden. Erwachsen sein bedeutet, Schöpfer seines eigenen Lebens zu sein. Dann lasst uns Schöpfer sein und Verantwortung für unser Leben und die Umwelt übernehmen!


Was ist dein Beitrag zum Thema Umweltschutz?


1. Tamponersatz

Eine Frau verbraucht in ihrem Leben ca. 15.000 Tampons. EINE FRAU! Was für eine unfassbare Müllproduktion! Und eine schädliche dazu! Tampons werden mit Chemie behandelt. Die Baumwollfasern können in unserer Yoni zurückbleiben, sich einnisten und Träger für Keime sein. Alternative? Die Menstruationstasse!


2. Waschmittel selbst machen!

Eine große Entlastung für unser Abwasser und endlich Klarheit über was, was wirklich unsere Haut berührt. Hier das Rezept zum selbst machen, oder hier für Menschen mit Thermomix.


3. Duschgel & Shampoo Adé!

Ich wasche mich nur noch mit Wasser und herkömmlicher Seife. Meine Haare wasche ich mit diesem hartgepressten Shampoo. Mein Körper dankt es mir mit weicher und gesunder Haut und glänzendem Haar!


4. Getränke

Leitungswasser trinken! Getränke nur noch aus Glasflaschen und Wasser selbst sprudeln! Wahnsinn wie unterschiedlich Milch aus dem Tetrapack oder der Glasflasche schmeckt. Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass du niemals mit Cola oder Fanta den Boden putzen würdest? Klar, ist ja klebrig und macht den Beleg kaputt. Aber in deinen Körper schüttest du es? Wenn der Boden schon klebt, wie wird das wohl in deinem Körper verarbeitet?


5. Geschenksäckchen selbst nähen

Wir Deutschen verbrauchen pro Jahr 8000 Tonnen Geschenkpapier NUR ZU WEIHNACHTEN! Einpacken, Auspacken, Wegwerfen. Erschreckend! Ich habe eine neue Aktion ins Leben gerufen! #herzsäckchen Wir nähen aus alten Stoffen, Kleidung und allem was wir finden, ganz einfach wiederverwendbare Geschenksäckchen. Das hat meine Mama schon gemacht als wir noch klein waren. Was für eine schöne Idee. Mach mit und nutzen den Hashtag um uns deine Ergebnisse auf Instagram zu zeigen!


6. Frischhaltefolie Alternative

Ich benutze eh keine Frischhaltefolie sondern Tupperdosen. Jedoch kann man einen Ersatz ganz einfach aus Bienenwachs herstellen. .Hier findet ihr wie.


7. Plastik vermeiden wo es nur geht

Muss der Apfel wirklich nochmal in eine Plastiktüte? Brauchen wir an der Kasse eine Plastiktüte für 10 Cent? (sie sollte 5 Euro kosten, damit es wehtut!) ein Jutebeutel oder wiederverwendbare Alternativen sind viel besser!



Versteht mich nicht falsch. Ich liebe es mich weiterzubilden, ich liebe es Bücher zu lesen und mir neue Ziele zu setzen, ich liebe es anderen Menschen zu lauschen und von ihnen zu lernen. Ich liebe den Wandel, ich liebe es Menschen in Instagram zu begegnen und selbst den Podcast Channel zu führen. Das ist alles unglaublich sinnvoll.Doch in Maßen. Und wir sollten uns immer wieder Pausen nehmen. Immer wieder Abstand zu dem außenrum nehmen und schauen, was bei uns im Innen gerade los ist. Ob das, was wir jetzt glauben wirklich zu uns gehört, oder ob wir es nur annehmen, weil es jemand in unseren Kopf gepflanzt hat.


Und ebenfalls: Plastik ist ein großartiger und wichtiger Rohstoff. Alleine in der Medizin ist er nicht mehr wegdenkbar. Mein Computer besteht aus Plastik, meine Kamera, meine Küchengeräte. Das ist auch sinnvoll! Aber müssen wir so viel Plastik produzieren, das wir sofort wieder wegwerfen? Das Problem ist nicht die Existenz, sondern die Entsorgung. In Amerika werden nur 5% allem Plastik recycelt. In Deutschland immerhin 85%.


Die Menschen müssen aufwachen, sonst zerstören wir den gesamten Lebensraum und somit unsere eigene Existenz. Es ist nicht schwer, Kleinigkeiten in unserem Alltag ein bisschen anzupassen, umzudenken. Nicht nur die Welt dankt es uns. Sondern auch unser eigener Körper.


Mach mit und erzähle mir, was sich bei dir verändert hat. Ich freue mich über deine Nachricht!